Wissenschaftliche Fragestellungen umfassen immer öfter Themenbereiche, welche die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen und auch institutionelle Grenzen überschreiten und so Interdisziplinarität erfordern.

Diese Entwicklung aufgreifend, haben die Universität Wien und die Medizinische Universität Wien insgesamt 1,3 Millionen Euro als Anschubfinanzierung für gemeinsame Forschungscluster mit besonders innovativen, fächerübergreifenden und translationalen Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt. Diese Projekte sollen Kooperationen zwischen den beiden Universitäten fördern und neue Brücken zwischen Grundlagenforschung und patientenorientierter Forschung („bench-to-bedside“) schlagen. Basierend auf einem kompetitiven Auswahlverfahren mit internationaler Begutachtung wurden sechs Forschungscluster befristet auf 3 Jahre eingerichtet.  Diese sollen sich nach Ende des Förderzeitraums durch die Einwerbung von Drittmitteln selbst weiterfinanzieren.

Roland Beisteiner, MedUni Wien, Universitätsklinik für Neurologie, gemeinsam mit Tecumseh Fitch, Universität Wien, Fakultät für Lebenswissenschaften: Shared Neural Resources for Music and Language: Verifi-cation and Clinical Exploitation. 

Claus Lamm, Universität Wien, Fakultät für Psychologie, gemeinsam mit Rupert Lanzenberger, MedUni Wien, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: Multimodal Neuroimaging in clinical Neurosciences: Assessment of neurobiological markers for psychiatric disorders. 

Arndt von Haeseler, Max F. Perutz Laboratories, (Universität Wien/MedUni Wien), gemeinsam mit Sylvia Knapp, MedUni Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin 1: Microbial Infections & Host Immune Response. 

Michael Binder, MedUni Wien, Universitätsklinik für Dermatologie, gemeinsam mit Stefanie Rinderle-Ma, Universität Wien, Fakultät für Informatik: Analyzing Health Data for the Evolution of Patient Treatment Processes – Pilot Project Skin Cancer. 

Christoph Gasche, MedUni Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin 3, gemeinsam mit Pavel Kovarik, Universität Wien, Zentrum für Molekulare Biologie: Role of disbalanced mRNA stability in the development of inflammation-associated colorectal cancer.

Thomas Erker Universität Wien, Fakultät für Lebenswissenschaften, gemeinsam mit Ulrich Jäger, MedUni Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin 1: Chalcones and hematological malignancies – a model for the development of a drug optimisation platform in malignant diseases. 

Rektor Engl (Uni Wien):

„Die Kooperation stärkt die Universität Wien und die MedUni Wien beim Erreichen gemeinsamer Zielsetzungen. Die Zusammenführung der WissenschafterInnen und die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastrukturen sollen die Entwicklung neuer Forschungsvorhaben fördern und die translationale Forschung am Standort Wien stärken.“ 

Rektor emeritus Schütz (MedUni Wien):

„Die auf Basis eines kompetitiven, peer-review Prozesses eingerichteten Forschungscluster sind best-practice Modelle für autonome, interuniversitäre Kooperation. Als „seed“-Projekte sollen sie vor allem auch jungen, begabten WissenschafterInnen als Basis für eine weitere Karriere dienen."