Die enge Zusammenarbeit zwischen chemischer Synthese und biologischer Testung ermöglicht eine effiziente Rückkoppelung und Optimierung wichtiger Informationen mit dem Ergebnis einer schnellen, kosteneffektiven und zielgerichteten Entwicklung neuer Chemotherapeutika. Dieser Prozess wird auf akademischer Ebene durch PADO – platform for accelerated drug optimization in malignant disease – umgesetzt. Die Plattform wird getragen von zwei eng miteinander kooperierenden Instituten unterschiedlicher Universitäten. Die Arbeitsgruppe um Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Erker befindet sich am Department für Medizinische/Pharmazeutische Chemie der Universität Wien und beschäftigt sich mit dem Design, der Synthese sowie der Optimierung neuer zytotoxischer Verbindungen. Die Daten der biologischen Untersuchungen dieser Substanzen, welche sich zunächst auf bösartige hämatologische Erkrankungen beziehen, sowie ihre weitere biologische Charakterisierung stellen das zweite Standbein dieser Plattform dar. Dies wird an der Klinik für Innere Medizin I, Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger durchgeführt.

Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Rahmen einer Feedback-Schleife sofort dem Synthese-Partner mitgeteilt, wo diese Informationen direkt Anwendung in der Entwicklung neuer Wirkstoffe finden, welche wiederum so rasch wie möglich auf ihre biologische Aktivität getestet werden.

Das Startprojekt dieser Plattform ist die Darstellung neuer optimierter Chalkonderivate, einer in der Natur vorkommenden Substanzklasse. Erste Daten neuer Vertreter zeigten eine Hemmung der Proliferation von Tumorzellen bei überraschend niedrigen Konzentrationen.